Landgericht Hamburg – Franchisegeber haftet gegenüber dem Franchisenehmer bei falschen Angaben zur Umsatzerwartung

Der beklagte Franchisegeber hatte die Umsatzerwartungen zu dem abgeschlossenen Franchisevertrag schlicht und einfach geschätzt anstatt sie nachvollziehbar zu ermitteln. Dieser Praxis hat jetzt das Landgericht Hamburg erst einmal einen Riegel vorgeschoben. Franchisegeber sind verpflichtet, nachvollziehbare, realistische und sorgfältig ermittelte belastbare Daten zur möglichen Umsatzerwartung bereitzustellen. Das franchisegebende Unternehmen wurde daraufhin zu Schadensersatz verurteilt für die 3 Jahre der fruchtlosen Geschäftstätigkeit des Franchisenehmers. Urteil derzeit noch nicht rechtskräftig.

Diese Anwaltskanzlei hat das Urteil für die Franchisenehmer erstritten:  HCMP Jan Martenstein
und hier die Erläuterung zum Urteil

Kommentar:

Trau, schau, wem – mit diesem Grundsatz geht ein Unternehmerleben ständig einher. Als Unternehmerin/Unternehmer genießt man keinen Vertrauensschutz mehr wie ein Verbraucher sondern muss alle Risiken und Unwägbarkeiten selbst abfangen. Umso erfreulicher ist dieses Urteil, das ein solches Gebaren deutlich einschränkt und unseriöse Praktiken an die Kette legt.

 

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